Dobson Zubehör

Published: 03.01.2018 - Last update: 01.05.2018

Die Sucher

Der 8×50 Sucher mit Klemme für den Hut.

Lang habe ich hin und her überlegt welchen Suchertyp ich am Dobson  anbringe. Da der Sucher zu allem Überfluss auch noch am Hut befestigt wird und damit massiv in die Schwerpunktslage des Tubus eingeht, musste ich mich irgenwann festlegen. So entschied ich mich aus eine Kombination aus einem Leuchtpunktsucher und einem 50 mm Sucher. Bei dem 50er habe ich mich für dem geradsichtigen Sucher von Explore-Scientific entschieden. Der ist etwas teuerer als andere Sucher in dieser Klasse, bietet aber ein aufrechtes und seitenrichtiges Bild. Diese Umdenkerei mit verdrehtem Nacken ist schon schlimm genug, aber bei einem astronomisch richtigen Sucherbild hätte ich drei verschieden orientierte Bilder zusammenbringen müssen. In jetzt realisierten Zusammenstellung passen wenigsten LP-Sucher und 8×50 Sucher ohne Umdenken zusammen.

Der Baader Skysurfer III mit Klemme für den Hut.

Beim Leuchtpunktsucher hatte ich zwar verschieden Modelle in der Bastelkiste, aber ich habe dann doch den Baader Skysurfer II gewählt. Das ist wieder einmal so ein Teil, welches mehrere meiner Anforderungen gleichzeitig erfüllen kann: leicht, ohne Werkzeug justierbar, große Sichtscheibe und ohne Modifikation bereits dunkel genug. Alle anderen LP-Sucher die ich gefunden habe, erfüllen mindestens ein Kriterium nicht.

Die kleine Flächenklemme am oberen Hutring.

Zur gewichtssparenden Befestigung habe ich mir eine Flächenklemme überlegt, die ohne Werkzeug and das Aluprofil des Huts klemmbar ist und sicher hält. Ich wollte die Struktur des Hutes nicht durch zusätzliche Bohrungen schwächen. Sie ist für das Leichtgewicht des Skysurfers etwas kleiner ausgeführt als für den 8×50 Brummer, der mit Flächenklemme immerhin 420 g auf den Hut bringt. In beiden Fällen ist sie groß genug um keine Klemmspuren zu hinterlassen.

 Streulichtschutz

Der Hut mit Streulichtscheibe und beiden Suchern.

Beim allersten Tests an Sternehimmel habe ich schnell gemerkt das Streulicht massive Auswirkungen auf die Bildqualität des Dobson hat. Danach habe ich sofort ein Stück schwarze Isomatte mit Klettbändern am Hut befestigt. Das hat schon wesentliche Verbesserungen beleuchteten Umfeld in meiner Wohngegend. Jetzt ist kein Himmel mehr sichtbar, egal wie sehr man sich anstrengt durch den OAZ zu schielen.

Der nahezu fertige Selbstbaudobson mit Lichtsocke.

Da man auch noch an der Spiegelbox vorbei auf den Boden schauen konnte habe ich noch eine Lichtsocke genäht. Ich habe mich da im Stoffgeschäft beraten lassen und nachdem die Verkäuferin gemerkt hatte, daß ich sie nicht ver******* will, hat sie sehr geholfen. Ein paar Fotos auf dem Handy waren da besser als alle Erklärungen. Ich habe jetzt einen Stoff verwendet der in eine Richtung 5% dehnbar ist (Stretchanteil).  Diese Richtung habe ich in Umfangsrichtung gelegt und die Socke 2,5% untermassig genäht – na ja, was ich so nähen nenne.

Hauptspiegellüfter

Lüfterbrett für den 16″ GSO Spiegel.

Beim Lüfter scheiden sich die Geister.  Pusten, Saugen, Querströmung, alles wird diskutiert. Bei meinem ersten Sterntest habe ich unter anderem auch bemerkt, dass eigentlich alle Vergrößerungen über 76x im Wabern enden. Klar, der Spiegel kam aus dem Warmen und draußen war es knapp über Null Grad. Ich habe jedenfalls sofort danach angefangen mir Gedanken zur Beschleunigung der Auskühlung des Spiegels zu machen. Als erste Maßnahme wird er später im Kalten gelagert.

Falls das nicht ausreicht kommt ein Lüfterbrett zum Einsatz dessen geniales Prinzip ich bei Hofheim Instruments abgekupfert habe. (Hr. Tennigkeit bitte verzeihen Sie es mir, dafür gibt es hier auch einen Link. Den 8 Zöller hatte ich übrigens mal zum testen hier  – war ein verblüffend stabiles Reiseteil. Ich kam leider mit dem Koma bei N=4 nicht zurecht.) Das Lüfterbrett wird von unten an das Lagerungsdreieck geklettet. Dann kann der Lüfter bis zu 55 m3 Luft pro Stunde auf die Spiegelrückseite pusten. Mit der Lithium-Batterie geht es mit verminderter Förderleistung – dafür aber lautlos –  1 bis 2 Nächte hindurch. Über die Hohlsteckerbuchse kann ich vor dem Beobachtungseinsatz aus einer geeigneten Quelle bis zu 14 V draufgeben um die Auskühlung möglichst gut zu unterstützen.

Spiegeldeckel

Neuer und alter Spiegeldeckel. Gewichte: 232 g neuer Deckel im Gegensatz zu 947 g beim Alten.
Details des alten und neuen Deckels im Vergleich.

Zum Schutz des Spiegels hatte ich zuerst auf die Schnelle aus aus einem Multiplexrest einen soliden Deckel für die Mirrorbox gebaut. Der Deckel ist hier im Einsatz zu sehen. Er war aber nicht durchdacht und hat zwei entscheidende Nachteile.

Zum Einen wiegt der Deckel ca. 1 kg. Dieses Gewicht muss bei dem transportfertig zusammengelegten Dobson mitgeschleppt werden.

Die vorbereiten Halter für den Spiegeldeckel.
Das Gewindestück in die Mirrorbox eingelassen.

Zum Anderen verhindert der Deckel nicht, dass sich der Spiegel beim Transport bewegt. Wenn die Mirrorbox eben im Kofferaum liegt,  ist der Spiegel bzgl. einer Richtung ja durch die Spiegelzelle fixiert. In die entgegengesetzte Richtung kann der Spiegel aber leicht auf seinen Lagerungspunkte rutschen und sich in eine undefinierte Position innerhalb der Mirrorbox  begeben. Irgendwie gibt das kein gutes Gefühl, wenn man in der Kurve hört, wie der Spiegel an die Außenwand der Mirrorbox klopft…

Arretierter Spiegeldeckel.

Ich habe kurzerhand einen neuen Deckel angefertigt, der nur noch aus 6 mm Birkensperrholz besteht und über drei Dreiecksprofile den Spiegel an der Fase fixiert. Der Deckel selber wird durch drei Alu-Plättchen leicht auf die Spiegelfase gedrückt. Bei „normalen Fahrverhalten“ kann der Spiegel jetzt in Auto nicht mehr verrutschen.  Zur Beobachtung kann man die geschwärzten Plättchen einfach nach außen drehen, fixieren und den Deckel abnehmen.